Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GKL) ist Deutschlands neue zentrale Glücksspielregulierungsbehörde, gegründet auf Basis des GlüStV 2021. Sie stellt einen bedeutenden Wandel in der deutschen Glücksspielregulierung dar — von einem fragmentierten, dezentralen System hin zu einer modernen, zweckgebundenen Regulierungsstelle. Für deutsche Spieler, die ausländische Wettanbieter nutzen, ist die GKL relevant: Sie wird die Landschaft des deutschen Glücksspiels in den kommenden Jahren neu gestalten. Hier ist, was Sie in 2026 wissen müssen.
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Was die GKL tut
Die GKL hat ein breites Mandat für alle Formen des Online-Glücksspiels in Deutschland — Sportwetten, Online-Casino, virtuelle Automatenspiele und Poker. Ihre Kernfunktionen umfassen:
Lizenzierung: Die GKL erteilt bundesweite Lizenzen für Online-Glücksspielanbieter. Anbieter müssen finanzielle, technische und Integritätsstandards erfüllen, um eine Lizenz zu erhalten und zu behalten.
Durchsetzung: Die GKL kann Anbieter untersuchen, Bußgelder verhängen, Lizenzen aussetzen und Fälle zur Strafverfolgung weiterleiten. Dies ist eine erhebliche Aufwertung gegenüber dem früheren System der Einzelländerbehörden.
Spielerschutzaufsicht: Die GKL setzt und überwacht Spielerschutzstandards in der Branche, einschließlich Einzahlungslimits, Selbstsperre-Tools und Werbebeschränkungen. Sie verwaltet das nationale Sperrsystem OASIS.
Verbraucherschutz: Die GKL bietet eine Anlaufstelle für Spielerbeschwerden, die nicht direkt mit Anbietern gelöst werden konnten — was deutschen Spielern erstmals eine inländische Regulierungsbehörde für Beschwerden gegen Online-Anbieter gibt.
Zeitplan und Umsetzung
Der GlüStV 2021 trat am 1. Juli 2021 in Kraft, und der Aufbau einer neuen Regulierungsbehörde dieses Umfangs braucht Zeit:
- 1. Juli 2021: GlüStV 2021 tritt in Kraft; GKL wird gegründet.
- 2022: GKL übernimmt Lizenzierungsfunktionen schrittweise; erste Online-Sportwettenlizenzen erteilt.
- Januar 2023: GKL übernimmt vollständig die Lizenzierungsfunktion für alle Online-Glücksspielkategorien.
- 2023–2025: Vollständiger Lizenzierungsrahmen operativ; bestehende Anbieter passen sich dem neuen Framework an; Spielerschutzmaßnahmen schrittweise umgesetzt.
- Laufend: OASIS-Sperrsystem ausgebaut; Werberegeln und weitere Verbraucherschutzmaßnahmen eingeführt.
Auswirkungen auf Spieler bei ausländischen Anbietern
Die kurzfristigen Auswirkungen der GKL auf Spieler, die derzeit EU-lizenzierte ausländische Buchmacher nutzen, sind begrenzt. Die GKL konzentriert sich auf die Festigung ihres Regulierungsrahmens und die Zusammenarbeit mit bestehenden Anbietern. Sie blockiert derzeit keinen Zugang zu ausländischen Anbietern mit EU-Lizenz.
Die mittelfristige Richtung geht dahin, dass Anbieter, die aktiv deutsche Kunden ansprechen, schrittweise GKL-Anforderungen erfüllen oder entsprechende Lizenzen erwerben werden. Für Spieler ist diese Entwicklung grundsätzlich positiv: strengere Regulierung der Anbieter bedeutet bessere Verbraucherprotektionen, klarere Beschwerdewege und höhere Standards beim Spielerschutz.
Ein besonders wichtiger Bereich ist das OASIS-Sperrsystem. Wenn es vollständig ausgebaut ist, ermöglicht es deutschen Spielern, sich mit einer einzigen Registrierung von allen lizenzierten Online-Glücksspielangeboten zu sperren. Wie ausländische MGA-Anbieter in dieses System integriert werden, wird von den sich entwickelnden Lizenzierungsanforderungen abhängen.
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Häufig gestellte Fragen
Was ist die GKL?
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GKL) mit Sitz in Halle (Saale) ist Deutschlands neue zentrale Glücksspielregulierungsbehörde. Sie ist zuständig für die Lizenzierung von Online-Glücksspielanbietern, die Überwachung der Einhaltung des GlüStV 2021, die Spielerschutzstandards und das nationale Sperrsystem OASIS. Sie wurde 2021 gegründet und hat die Lizenzierungsfunktion ab Januar 2023 vollständig übernommen.
Müssen ausländische Wettanbieter eine GKL-Lizenz besitzen?
Das Ziel des GlüStV 2021 ist, dass Anbieter, die aktiv deutschen Kunden Dienste anbieten, eine GKL-Lizenz beantragen. Viele MGA-lizenzierte ausländische Anbieter operieren jedoch weiterhin auf EU-Rechtsbasis. Das EU-Recht zur Dienstleistungsfreiheit schützt EU-lizenzierte Anbieter vor einer einfachen Blockierung; der Prozess der vollständigen Integration in das deutsche System ist noch im Gang.
Was kann ich tun, wenn ich einen Streit mit einem ausländischen Buchmacher habe?
Für MGA-lizenzierte Anbieter können Sie ungelöste Streitigkeiten an den MGA-Spielersupport eskalieren, der ein formales Beschwerdeverfahren betreibt. Für GKL-lizenzierte Anbieter kann die GKL direkt kontaktiert werden. Prüfen Sie die AGB des Buchmachers für das spezifische Verfahren.
Welche Befugnisse hat die GKL?
Die GKL kann Glücksspiellizenzen erteilen, verweigern, aussetzen und widerrufen; Anbieter untersuchen; Bußgelder verhängen; Änderungen an Anbieterverfahren verlangen; und schwerwiegende Fälle zur Strafverfolgung weiterleiten. Sie verwaltet das nationale Sperrsystem OASIS und setzt Standards für verantwortungsvolles Spielen.